Zitat
Merve Mobil
Byung-Chul Han: Hyperkulturalität
Gesamtprospekt alphabetisch
304. Allesdurchdringung
Texte, Essays, Gespräche über den Tanz

Mit Beiträgen von Véronique Fabbri, Jean-Luc Nancy, Yvonne Reiner, Michel Serres, René Thom, u.a.
Übersetzt von Andreas Hiepko und Ronald Voullié.
ca. 120 Seiten ca. 12,80 Euro ISBN 978-3-88396-238-2

„Ich möchte betonen, dass das, was ich gesagt habe, dass mein Körper nicht mehr einfach nur da ist, sondern er durch seinen Rhythmus einen Raum öffnet, durch seine Modulation des Raumes um ihn herum; ich sage das sehr bewusst um mich an Heidegger heranzutasten und an das Dasein von Heidegger.“ (Jean-Luc Nancy)

Kaum eine andere Kunstgattung hat in den vergangenen Jahren soviel Aufmerksamkeit und Interesse erregt wie der Tanz. Abseits der klassischen oder der stürmisch-expressiven Aufführungen haben sich Choreographen und Tänzer etabliert, die den Kontakt und die Nähe mit der ästhetischen Theorie des 20. / 21. Jahrhunderts suchen. Was denken Philosophen über den Tanz? Welche Gedanken lassen die Choreographen tanzen? Die Sprachen des Körpers werden auf beiden Seiten gehört.

„Natürlich ist der Tanz auch Zeit, aber es ist eine Zeit, die in jedem Moment auch offen ist wie der Raum. Es ist keine lineare Zeit.“(Jean-Luc Nancy)
138. Jean-Pierre Faye
157. Jean-Paul Fargier
265. Peter Fend
118. F. Scott Fitzgerald / Gilles Deleuze
Der Knacks / Porzellan und Vulkan

Übers. von Walter Schürenberg und Michaela Ott 59 Seiten 4 EUR ISBN 3-88396-038-1 Berlin 1984 "Nachdem ich also diese Phase des Schweigens erreicht hatte, sah ich mich zu einer Maßnahme gezwungen, zu der kein Mensch sich ohne weiteres bereitfindet: ich war gezwungen, nachzudenken. Gott, war das schwierig! Als wenn man riesige Schränke hin und her schiebt." (Fitzgerald)

191. 157. Vilém Flusser
180. Heinz von Foerster
KybernEthik

Hg. Peter Weibel: Perspektiven der Technokultur
Aus dem Amerikanischen von Birger Ollrogge
175 Seiten 10,50 EUR ISBN 3-88396-111-6 Berlin 1993

Heinz von Foerster erzählt von einer glücklichen Kindheit in Österreich zwischen den Kriegen, von seinen Freunden und der Jagd auf antiquarische Bücher, von Rechenkunststückchen und der Bekanntschaft mit Josef Matthias Hauer, er erzählt vom Krieg und von seiner Ankunft in Amerika, und wie von selbst ergibt sich die Begründung einer Ethik, die der Kybernetik zweiter Ordnung, einer Wahrnehmung der Wahrnehmung folgt.

erinnerung / inhalt / 191. 146. Heinz von Foerster
232. Michel Foucault
Das Leben der infamen Menschen

Herausgegeben und übersetzt von Walter Seitter
75 Seiten 8 EUR ISBN 3-88396-165-5 Berlin 2001

1977 ist der Text französisch erschienen, geschrieben als Vorwort für eine Sammlung von Dokumenten zur Geschichte der Internierung im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Buch kam nicht zustande, geblieben ist dieser großartige Text, den Deleuze als ein Meisterwerk feierte. Michel Foucault ruft darin die verrufenen Leben der kleinen Alltags- ungeheuer in Erinnerung. Es geht um Familienzwist, um unliebsame Mitmenschen, die aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Um Fehlverhalten, das ans Licht gebracht wird durch Anklageschriften. „Ich war auf die Suche gegangen nach jenen Teilchen, deren Energieladung umso größer ist, je kleiner und unscheinbarer sie selbst sind.“ (Foucault) „Durch die Konfrontation mit der Macht, sind diese Fälle sichtbar geworden, sie haben ein Spiel begonnnen, ... das heute neu belebt ist in den Outings der Schmuddel-Talkshows“ (Göttler, SZ)

perlentaucher / zeit
249. Michel Foucault Der anthropologische Zirkel
Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek
68 Seiten 6,80 EUR ISBN 3-88396-182-5 Berlin 2003

Mit dem anthropologische Zirkel liegt erstmals eine vollständige Übersetzung des letzten Kapitels von Foucaults Histoire de la folie vor. Foucaults Überlegungen im Schlusskapitel seines ersten großen Hauptwerks münden in eindringliche und aufschlussreiche (bislang nicht ins Deutsche übersetzte) Analysen zweier "lyrischer Ausbrüche" der Sprache des Wahnsinns: Sade und Goya. Durch sie habe "die abendländische Welt die Möglichkeit erhalten, in der Gewalt ihre Vernunft zu überschreiten und jenseits der Ver- sprechungen der Dialektik die tragische Erfahrung wiederzufinden". Mehr noch: Nach und seit ihnen gehöre "die Unvernunft zu dem, was für die moderne Welt in jedem Werk entscheidend ist, das heißt zu dem, was jedes Werk an Mörderischem und Zwanghaften enthält". "Der Moment, in dem Werk und Wahnsinn gemeinsam entstehen und sich vollenden, ist der Beginn jener Zeit, in der die Welt von diesem Werk vor Gericht zitiert wird".

Foucault und die Künste / triggerfish
218. Michel Foucault
Die Malerei von Manet

Aus dem Französischen von Peter Geble
63 Seiten 14 farbige Abb. 10,50 EUR ISBN 3-88396-150-7 Berlin 1999

"... eine gut lesbare Studie und gleichzeitig eine Einführung in die Problematik der modernen Malerei, als dessen Vorläufer Manet uns hier mit gutem Recht präsentiert wird. Für Foucault macht Manet das Bild selbst zum Thema der Malerei. Das Bild wird so zum Objekt, auch durch die Einbeziehung der Materialität der Leinwand." (Michael Glasmeier, Zitty)
197. Michel Foucault
Diskurs und Wahrheit. Die Problematisierung der Parrhesia
Herausgegeben von James Pearson
Aus dem Amerikanischen von Mira Köller
189 Seiten 13,50 EUR ISBN 3-88396-129-9 Berlin 1996

6 Vorlesungen, die 1983 an der University of California in Berkeley gehalten wurden: Wer ist in der Lage, die Wahrheit zu sagen? Mit welchen Folgen und mit welcher Beziehung zur Macht? Parrhesia bedeutet freimütig und aufrichtig die Wahrheit zu sagen und ist zuallererst eine Praktik, der es um die Übereinstimmung zwischen Denken und Leben geht.

republicArt
77. Michel Foucault
Dispositive der Macht. Über Sexualität, Wissen und Wahrheit

Übers. von Hans-Joachim Metzger, Ulrich Raulff, Elke Wehr, Jutta Kranz, Monika Metzger, Walter Seitter
232 Seiten 10 EUR ISBN 3-920986-96-2 Berlin 1978

"Verweigere den alten Kategorien des Negativen (Gesetz, Grenze, Kastration, Mangel, Lücke), die das westliche Denken so lange als eine Form der Macht und einen Zugang zur Reali-tät geheiligt hat, jede Gefolgschaft! Gib dem den Vorzug, was positiv ist und multipel, der Differenz vor der Uniformität, den mobilen Dispositiven vor den Systemen! Glaube daran, daß das Produktive nicht seßhaft ist, sondern nomadisch!"
61. Michel Foucault
Mikrophysik der Macht. Über Strafjustiz, Psychiatrie und Medizin

Übers. von Walter Seitter, Ulrich Raulff, Gerburg Treusch-Dieter, Hans-Joachim Metzger, Hans-Ulrich Möhring, Werner Garst
134 Seiten 8 EUR ISBN 3-920986-79-2 Berlin 1976

"Wenn die Gespräche Foucaults integraler Bestandteil seines Werkes sind, so deshalb, weil sie die historische Problemstellung jedes seiner Bücher auf die Konstruktion des aktuellen Problems (Wahnsinn, Bestrafung oder Sexualität) hin verlängern." (G. Deleuze, 1986)
121. Von der Freundschaft
Michel Foucault im Gespräch

Übers. von Peter Gente, Marianne Karbe, Walter Seitter
143 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-041-1 Berlin 1985

ars erotica, ars theoretica, ars politica (Michel Foucault)
167. Michel Foucault
Was ist Kritik?

Aus dem Französischen von Walter Seitter
64 Seiten 6,50 EUR ISBN 3-88396-093-4 Berlin 1992

"Erst in der Rückschau wird deutlich, inwiefern es sich bei Foucaults Vortrag aus dem Jahr 1978 um ein Wegkreuz gehandelt hat. Foucaults Frage nach der Kritik ist eine verschobene Urszene, die über das frühere Werk Rechenschaft ablegt - und die Fäden, die das Spätwerk webt, im noch unverknüpften Zustand zeigt." (Armin Adam, Süddeutsche Zeitung)
68. Michel Foucault/Gilles Deleuze
Der Faden ist gerissen
201. Peter Garland
Reise zu 100 Tempeln mit 1000 Buddhas und 1000000 Touristen. Japan Java Bali

Aus dem Amerikanischen von Daniel Tyradellis
176 Seiten 10,50 EUR ISBN 3-88396-133-7 Berlin 1996

Peter Garland geb. 1952 in Maine (USA) ist Komponist, Publizist und Globetrotter. Unterwegs zwischen den Kulturen Asiens und der amerikanischen Avantgarde, wie sie sich auf Festivals und Tempelfesten manifestieren. Ein Chatwin der Musik, der weiß, wo was los ist.

206. Peter Garland
Six American Composers Bowles, Cage, Harrison, Nancarrow, Partch, Tenney

Aus dem Amerikanischen von Almuth Carstens 157 Seiten 12,50 EUR ISBN 3-88396-138-8 Berlin 1997

Peter Garland
, amerikanischer Komponist und Schriftsteller, porträtiert in diesen Aufsätzen teils chronologisch, teils anekdotisch, zitierend oder assoziativ-poetisch, immer aber mit viel Einfühlungsvermögen und Liebe zum Sujet einige seiner Lehrer und/oder musikalischen Vorbilder, die großen Außenseiter der US-amerikanischen Musik.

256. Peter Gente
196. Jeremy Gilbert-Rolfe
Das Schöne und das Erhabene von heute

Aus dem Englischen von Almuth Carstens
76 Seiten 7,50 EUR ISBN 3-88396-128-0 Berlin 1996

Technik, Kapitalismus und das Erhabene sind für uns verwandte Begriffe und das Schöne als Glamour ist das reizvoll Unproduktive.

english / review
174. Michael Glasmeier (Hg.)
Periphere Museen in Berlin

186 Seiten 10 EUR ISBN 3-88396-104-3 Berlin 1992
Beiträge von Peter Bexte, Peter Paul Bork, Frieder Butzmann, Elke Erb, Aulikki Eromäki, Peter Funken, Michael Glasmeier, Durs Grünbein, Kapielski, Hannah Kruse, Heinz-Werner Lawo, Gerd Mattenklott, Silvie Schimm, Christiane Seiffert, Walter Seitter, Andreas Seltzer, Niko Tenten, Sabine Vogel, Elke-Judith Wagner, Hanns Zischler

Museum der bedingungslosen Kapitulation, Mauer, Rotkreuz, Blinde, Feuerwehr, Polizei, Gaslaternen, Wasserwirtschaft, Zucker, Schule, Sport, Wassersport, Jagd und Wald, Hunde, Friseur, Wäscherei, Rundfunk, Mißbildungen, Panoptikum.
99. Jean-Luc Godard
Liebe Arbeit Kino. Rette sich wer kann (Das Leben)

Übers. von Lothar Kurzawa und Volker Schaefer
136 Seiten 7,50 EUR ISBN 3-88396-019-5 Berlin 1981

"Dieses Buch gestattet es, sich noch einmal in das zu versenken, was einem an diesem Film Freude gemacht hat. Es ist der lange Arm des Films." (Diedrich Diedrichsen, Szene Hamburg)
236. Rainald Goetz
Jahrzehnt der schönen Frauen

213 Seiten 13 EUR ISBN 3-88396-169-8 Berlin 2001

"Ja, was wird erwartet von einem, vom Mann?“ „Ich weiß genau, wie ich es gerne hätte“. „Ich verstehe es nicht, das wird als schön empfunden.“ In den Interviews Kaputt spricht Rainald Goetz über seine fünfbändige Gegenwartsgeschichte Heute Morgen. Die Taggedichte Krank skizzieren alltagssprachlich aktuelle Lebenssplitter aus den letzten Tagen des XX. Jahrhunderts. Dazu kommen ein Wochen-Tagebuch und Die Reisen der Kastanie.

faz perlentaucher / zeit
204. Rainald Goetz/Westbam
Mix, Cuts & Scratches


145. Witold Gombrowicz
200. Baltasar Gracian
Der Held

Aus dem Spanischen von Elena Carvajal Diaz und Hannes Böhringer
93 Seiten 8,50 EUR ISBN 3-88396-132-9 Berlin 1996

Die Erstlingsschrift (1637) des spanischen Jesuiten Gracian, ein barockes Lob der Vollkommenheit, ist eine in Sentenzen geschriebene Lebenskunst, die heute noch Gültigkeit hat.

faz / 273. Marcel Griaule
188. Jean Grenier
Über Indien


Aus dem Französischen von Monika Rauschenbach
161 Seiten 12,50 EUR ISBN 3-88396-120-5 Berlin 1995

"Das Volk, das Indien und Melanesien bewohnt, von Lahore bis Bali - die moslemischen Eindringlinge einmal ausgenommen -, überrascht den Europäer durch seine Sanftheit. Und Sanftheit wäre noch zu wenig gesagt. Die Harmonie ihrer Haltungen und Gesten, ihrer Worte, ihres so geschmeidigen Ganges paßt zur Harmonie der Natur, inmitten derer sie leben. Ihre Augen scheinen die Ruhe der Nächte wiederzuspiegeln. Eine so selbstverständliche Fügsamkeit gegenüber der Ordnung der Welt, eine derartige Geschmeidigkeit, daß sie im Einklang mit dem Rhythmus der Dinge steht, verwirrt zunächst. Keine Kontraste, nichts Pathetisches, große Ruhe selbst im Schmerz; und sogar dieser wird von einer Heiterkeit gedämpft, die von vornherein jegliche Krisen auszuschließen scheint. Indien verkörpert neben einem positivistischen China und einem ritterlichen Japan die heroischste Anstrengung, die der Mensch je gemacht hat, um das Denken von all dem zu befreien, was nicht reines Denken ist..."

Die 5 Texte von Jean Grenier wurden zwischen 1925 und 1941 geschrieben. Jean Grenier (1898-1971), Freund und Lehrer von Albert Camus, lehrte bis 1968 Ästhetik an der Sorbonne in Paris.

174. Durs Grünbein / 265. Boris Groys / 67. 189. 195. 1000 Pl. Felix Guattari / 157. Ingo Günther / 199. Marc Guillaume / 171. Clemens-Carl Härle
314. Großes Kino, kleines Kino.
1.968 Bilder

132 Seiten 10,- Euro ISBN 978-3-88396-248-1
Herausgegeben von Jörg Probst und Hanns Zischler
 

All senses must get into the act – mit happenings oder sit-ins setzte die Protestbewegung von 1968 vorrangig auf performative Mittel. Doch die Aktion vermochte auch für das Sehen zu sensibilisieren. Die Beweglichkeit und Spontaneität des Auges kann als eine Entdeckung aus dem Geist des Aktionismus dieser Jahre betrachtet werden und stellt eine originelle Episode in der Ideengeschichte der Wissenschaft vom Bild dar. In dieser Entdeckung des Auges lag nicht zuletzt ein emanzipatorischer Anspruch. Er äußerte sich prägnant im Film und der Filmtheorie um 1970.

Das Buch begleitet eine Ausstellung zum 40. Jahrestag von 1968 in der Galerie der Kunststiftung Poll, Berlin.
258. Wolfgang Hagen
Gegenwartsvergessenheit
Lazarsfeld Adorno Innis Luhmann

141 Seiten 12 EUR ISBN 3-88396-192-2 Berlin 2003

Massenmedien, sagt Niklas Luhmann, gibt es seit einem halben Jahrtausend, von Gutenbergs Buchdruck an. Erstaunlich genug, dass die Anfänge ihrer wissenschaftlichen Erforschung noch keine siebzig Jahre zurück liegen. Im Blick auf die Medien orientierte Sozialforschung macht das "Princeton Radio Research Project" 1938 hier den Anfang. Zwischen Projektleiter Paul Lazarsfeld und Theodor W. Adorno, dem Leiter der "Music Studies", kam es dabei zu einer, inzwischen vergessenen, aber bis heute unüberwundenen Differenz um die Frage der Möglichkeit einer solchen Wissenschaft der Massenmedien überhaupt. Der Begriff selbst - "Mass Media" - stammt aus der Werbebranche und wird erst in den fünfziger Jahren des 20. Jh. über Harold A. Innis und Marshall McLuhan wissenschaftswürdig. Wieviel Vergessen haftet den Medien an, wenn Luhmanns Satz gilt, dass wir "von Welt nur wissen, was wir durch die Massenmedien wissen" ? Von welcher "Gegenwartsvergessenheit" (Innis) zeugen sie?

de:bug / triggerfish / 221. Wolfgang Hagen
278. Byung-Chul Han
Hyperkulturalität. Kultur und Globalisierung

82 Seiten 8 EUR ISBN 3-88396-212-0 Berlin 2005

Die Veränderungen, die der kulturelle Globalisierungsprozess bewirkt, erfordern einen neuen Kulturbegriff. Zunehmend lösen sich die kulturellen Ausdrucksformen von ihrem ursprünglichen Ort und zirkulieren in einem globalen Hyperraum der Kultur. Die Kultur wird zu einer Hyperkultur ent-ortet und ent-grenzt. Hyperkulturalität reflektiert die Verfassung des heutigen In-der-Weltseins. Anhand einer Analyse von Phänomenen wie Ort, Weg, Schwelle, Fremdheit, Vernetzung, Aneignung und Identität wird gezeigt, inwiefern ein ganz anderes Sich-Orientieren in der Welt notwendig und möglich ist.

Byung-Chul Han, geboren in Seoul, Studium der Philosophie, der Germanistik und der Katholischen Theologie in Freiburg und München, Privatdozent am Philosophischen Seminar der Universität Basel.

inhalt
301. Byung-Chul Han
Abwesen
Zur Kultur und Philosophie des Fernen Ostens

ca. 128 Seiten ca. 12,80 Euro Mit Abbildungen ISBN 978-3-88396-235-1

Ein Land, wo einer, der »ich« sagt, schleunig in die Erde versinkt.
(Elias Canetti)

Im Westen war das Fremde lange Zeit Gegenstand gewaltsamer Ausschließung oder Vereinnahmung. Es war nicht präsent im Inneren des Eigenen. Und heute? Gibt es noch das Fremde? Derzeit gibt man sich gerne dem Glauben hin, alle glichen irgendwie einander. So verschwindet das Fremde wieder aus dem Inneren des Eigenen. Vielleicht wäre es nicht von Nachteil, daran zu glauben, dass es tatsächlich jenes Land gibt, „wo einer, der »ich« sagt, schleunig in die Erde versinkt“. Es ist heilsam, bei sich einen Raum für das Fremde freizuhalten. Das wäre auch ein Zeichen der Freundlichkeit. Das vorliegende Buch stellt eine fremde Kultur vor, eine Kultur des Abwesens, die den Bewohnern der abendländischen Kultur, die sich am Wesen orientiert, recht wundersam erscheinen wird.

283. Ralph und Stefan Heidenreich
Mehr Geld

152 Seiten 11 EUR ISBN 3-88396-217-1

Vor fast drei Jahren wurde dieser Band angekündigt, sein Erscheinen seither immer wieder aufgeschoben – nun ist er von der Wirklichkeit eingeholt worden: Seit dem Frühjahr 2008 kann man nicht nur im Wirtschaftsteil, sondern auch auf den Titelseiten nachlesen, wie viel Mehr Geld in ein System gesteckt werden muss, von dessen stockendem Kollaps wir derzeit Zeuge werden.

„Geld gibt ein Kommando. Seine Order lautet »Mehr!« Denn Geld zählt. Zählen aber hat eine Richtung. Wir zählen nicht 0-1-0-1, sondern 1-2-3-4.... Das Zählen verlangt ganz von selbst nach Mehr. Geld ist eine Zahl mit Besitzer. Deshalb ist der Besitzer von Geld der erste, dem das Kommando »Mehr!« gilt. Aber keine Sorge, es erreicht auch alle anderen. Wenn auch nicht in der gleichen Position, sondern mit beschränkten Rechten und Freiheiten. Geld entsteht als Schuld. Aber nicht jeder Kredit ist Geld. Wenn A an B ein Geld verleiht, entsteht kein neues Geld. Wenn aber eine Bank ein Geld verleiht, das sie nicht hat, dann ist neues Geld entstanden. Banken »schöpfen« Geld, indem sie einem Besitzer eine Zahl zuordnen. Sie gewähren ihm Kredit, sagt man. Weil sie darauf vertrauen, dass er ihnen mehr Geld zurückzahlt? Ja. Weil sie wollen, dass er ihnen das Geld zurückzahlt? Nein.“

„Zwei setzen sich an einem frühen Nachmittag der neuen Weltgeschichte hin und erklären, wie sie die Dinge sehen, ja, wie sie die Dinge schon die ganze Zeit gesehen haben. Das stimmt jeden froh, dessen Herz nicht kalt und mit Geld aufgewogen ist. Das Buch ist nicht mit links zusammengeschustert, es ist aus einem öffentlich mehr oder weniger brachliegenden linken Acker wie ein Bündel Kartoffelblüten emporgeschossen. Jeder sollte es unterm Weihnachtsbaum liegen haben.“ Eberhard Rathgeb in der F.A.S., 30.11.08.

Ralph Heidenreich (*1957) lebt in Biberach an der Riss und arbeitet dort als Programmierer und Landvermesser. Stefan Heidenreich (*1965) lebt in Berlin und ist freier Autor und Kulturwissenschaftler. Er schreibt für die F.A.Z., die Süddeutsche Zeitung, die ZEIT, die taz, artnet.de, sowie regelmäßig für iconicturn.de und de:bug.
297. Dave Hickey
Der unsichtbare Drachen. Vier Essays über die Schönheit

Übersetzt von Tom Lamberty

ca. 128 Seiten ca. 10,80 Euro ISBN 3-88396-231-7
ISBN NEU 978-3-88396-231-3

„… wenn unsere Kunstkritik mehr sein möchte als eine bloße geisteswissenschaftliche Disziplin, dann muss die Wirkungsmacht der Bilder der Ausgangspunkt der Kritik sein und nicht ihre Konsequenz, – das Subjekt der Kritik und nicht ihr Objekt. Und darum“, schlußfolgerte ich einigermaßen großartig, „möchte ich ihre Aufmerksamkeit auf die Sprache des visuellen Affekts richten, – auf die Rhetorik des Wie-die-Dinge-aussehen, – auf die Ikonographie des Begehrens, – mit einem Wort, auf Schönheit.

Dave Hickey gilt als einer der eigensinnigsten und einflußreichsten Kunstkritiker der USA, er publizierte unter anderem in Artforum, Interview und im Rolling Stone. Derzeit hat er eine Professur an der University of Nevada, Las Vegas inne. Der erstmals in deutscher Sprache erscheinende Band wurde vom Autor in Gänze durchgesehen und akualisiert. Die vier Essays spannen einen Bogen über die Werke von Raphael und Caravaggio bis hin zu Andy Warhol und Robert Mapplethorpe.
282. Erich Hörl
Zeus in New York. Heidegger und die Kybernetik

ca. 144 Seiten ca.10,80 EUR ISBN 3-88396-216-3 Berlin 2005

"Wir leben mit einem bestimmten Bild des Denkens, d. h. bevor wir denken, haben wir eine vage Idee dessen, was denken heißt“. (Gilles Deleuze, 1968) Diese Einsicht fällt nicht zufällig in die Hochzeit der kybernetischen Wende. Wie seine Zeitgenossen musste Deleuze die Einsetzung einer neuen Intuition dessen erleben, was Denken heißt. Sie war regiert von der Analogie von Rechenmaschine und Gehirn, dem großen Generator der Steuerungs- und Kontrollfaszination des Kalten Krieges. Martin Heidegger hat die geschichtliche Schlüsselstellung der Kybernetik für die Frage nach dem Denken schon im Augenblick ihrer Genese begriffen. In der Nachgeschichte dieses Ereignisses ahnen wir heute, dass die Sache des Denkens immer schon kultur-, technik- und wissensgeschichtlichen Evidenzen untersteht: Im Denkbild einer Epoche verdichtet sich nur ihr eigener Dogmatismus. Umgekehrt brachte die Kybernetik Heideggers eigenes Destruk- tionsprojekt der Philosophie auf die Zielgerade. Der diagnostische Hauptsatz seiner Spätphilosophie ist ihm im Angesicht der kyber- netischen Mobilmachung aufgegangen: „Das Bedenklichste in unserer bedenklichen Zeit ist, daß wir noch nicht denken.“ Der Arbeit an den Schaltkreisen der Vernunft auf der anderen Seite des Atlantik hallte aus Freiburg der Auftrag zur Reformulierung des Denkens aus der Frühe der europäischen Überlieferung entgegen. Was folgte, war die Auseinanderlegung des Ungedachten wie Undenkbaren des Zeitalters der Denkmaschinen. Der Gott, der alles steuert, Zeus, hatte unerkannt in New York das Ruder der Zeit übernommen.

101. Klaus Hoffmann
247. D. Holland-Moritz
Lovers Club. Eine Stimme aus dem Off

116 Seiten 10,- EUR ISBN 3-88396-180-9 Berlin 2002

Autobiographische Erzählung eines Local Hero. Solingen zählt zu den westdeutschen Städten, deren Provinz die Kinder der 70er Jahre zu entfliehen suchten. Der Autor repetiert wie in diesen Jahren die gegenkulturellen Wir-Utopien zu vorgefertigten Ich-Schablonen gerannen. Beitrag einer Generation, die hinaus wollte in die Weltläufigkeit der Metropolen und steckenblieb. Zivilisationskritik und Wahrnehmungstheorie. Dokument einer Jugend in der Rheinprovinz. Verlust der gesellschaftlichen Zentralperspektive.

101. 159. D. Holland-Moritz, *1954, arbeitet als freier Autor in Berlin.
142. Shuhei Hosokawa
Der Walkman-Effekt

Übers. von Birger Ollrogge
44 Seiten 3,- EUR ISBN 3-88396-062-4 Berlin 1987

Der Walkman hat den Stadtmusikanten abgelöst.

157. Ari Honka-Hallila, Erkki Huhtamo
231. Oskar Huth
Überlebenslauf

Herausgegeben von Alf Trenk
158 Seiten 12,50 EUR ISBN 3-88396-164-7 Berlin 2001

Oskar Huth (1918-1991) - Orgelbauer, Maler, empfindsamer Schubert-Interpret - war über vier Jahrzehnte in Berliner Künstler- und Literatenkreisen geschätzt für seine treffend-skurrilen Wortprägungen. Er war ein Berliner Original und lebende Legende. Es kursierten Bruchstücke aus seiner Berliner Kriegszeit, in der er in einer Mixtur aus Gefahreninstinkt und hintergründigem Spaß als Überlebenskünstler die Nazibürokratie hinters Licht führte. Nach Huths Tod unternahm es Alf Trenk, aus Mitschriften gemeinsamer Gespräche und Tonbandaufnahmen ein Stück Überlebenslauf zusammenzufügen. Es ist ein Zeitdokument entstanden, das sich liest wie ein Schelmenroman. Eine fesselnde Lektüre auch für Menschen, die ihm nie begegnet sind.



faz / zeit / SuKuLTuR
145. Felix Philipp Ingold
Das Buch im Buch

221 Seiten 9 EUR ISBN 3-88396-065-9 Berlin 1989

Ingold über: Agejew, Blanchot, Brodsky, Gombrowicz, Jabès, Mallarmé, Mandelstam, Michaux, Nabokov, Nietzsche, OuLiPo, Ponge, Sokolow, Thomkins, Valéry

258. Harold A. Innis
82. Luce Irigaray
Das Geschlecht, das nicht eins ist

Übers. von Eva Meyer, Hans-Joachim und Monika Metzger, Marèse Deschamps, Sigrid Vagt, Gerlinde Koch, Gisa Mechel, Ursel Rütt-Förster, Wolfgang Hagen.
224 Seiten 12 EUR ISBN 3-88396-001-2 Berlin 1979

"...erste Ansätze einer feministischen Theorie, die überhaupt den Namen Theorie verdient." (Marlies Gerhardt, Kursbuch)

266. Das Irrsal hilft / 186. Charles Ives