Zitat
Merve Mobil
Georges Canguilhem: Gesundheit - eine Frage der Philosophie
Gesamtprospekt alphabetisch
227. Hannes Böhringer
Auf der Suche nach Einfachheit. Eine Poetik

112 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-159-0 Berlin 2000

Das Einfache ist schwer, womöglich das Schwerste überhaupt. Was aber schwer ist, das ist nicht leicht. Gehört zur Einfachheit nicht auch Leichtigkeit? Das Einfache ist immer in Gefahr, zu einfach zu sein oder im Schweren und Schwierigen zu verschwinden.

Hannes Böhringer konfrontiert Begriffe aus älteren und neueren Zeiten mit jeweils einem Kunstwerk: nichts Besonderes/ nothing special (George Brecht, Cage, Filliou, Fluxus), Fast Nichts/presque rien (Gordon Matta-Clark, Minimal Art), Wirbel/vortex (Kunst und Technologie), Witz/esprit (Thomas Kapielski), Gefühl/sentiment (Andy Warhol). Facetten der in sich komplexen Einfachheit (Eva Maria Schön).

faz / perlentaucher
209. Hannes Böhringer
Auf dem Rücken Amerikas

Eine Mythologie der neuen Welt im Western und Gangsterfilm
153 Seiten incl. Abb. 9,50 EUR ISBN 3-88396-141-8 Berlin 1998

"Der Film spürt den mythischen Stoff der literarischen Vorlagen auf und ich folge der Spur des Films: Nacherzählung einiger Hollywoodfilme, Rückübersetzung ihrer Bilder in Sprache. Grimms Märchen des 20. Jahrhunderts."

marburger forum
124. Hannes Böhringer
Begriffsfelder. Von der Philosophie zur Kunst

128 Seiten 6 EUR ISBN 3-88396-044-6 Berlin 1985

"Böhringers Kunst ist sein sanftes Beharren auf einer ausgefeilten Wortreihe und Satzkonstellation, auf der Suche nach der Bedeutung der Wörter und wie sie in den verschiedenen, doch miteinander eng verflochtenen Bereichen der Kunst, Philoso-phie und Theologie zu anderen Zeiten eine andere Beachtung gefunden haben und anders ausgelegt wurden." (G.J. Lischka)

kunst
261. Hannes Böhringer
Harte Bank. Kunst Philosophie Architektur

128 S. incl. 6 Abb. 10,80 EUR ISBN 3-88396-195-7 Berlin 2004

"Harte Bank" ist zusammengenagelt aus Kunstbetrachtung, Philosophie, Mythologie, Geschichte, Sprachempfinden und Alltagserfahrung.

Bett Bank Stuhl Tisch Mantel Hemd Hut Dach Haus Kiste Fahrzeug packen aufheben wegwerfen sitzen liegen fahren rutschen schmieren malen Kunst Anmut Schönheit Symmetrie Gleichgewicht Leichtigkeit Fastnichts Philosophie Stille Sprüche Geräusche Musik Brenda Lee Sappho Hesiod Odysseus Mythos Geschichte Natur Licht Wasser Wurzel Blätter Bäume Matisse Mies Lenin Politik Asyl Alltag Architektur Aufklärung Heiterkeit Betrübtheit klagen jubeln warten nichtstun weggehen Gruß Abschied "Niemand kommt ohne Gepäck, auch wenn er nichts in der Hand hat."

faz
151. Hannes Böhringer
Moneten. Von der Kunst zur Philosophie

159 Seiten 7,50 EUR ISBN 3-88396-071-3 Berlin 1990

"Portemonnaie (Philosophie als Taschenbuch): Fast nichts und fast alles dabeihaben"

Spätbürgerliche Kunstindustrie / Kunst contra Architektur / Die Hyperbel / Im Bauch des hölzernen Pferdes
176. Hannes Böhringer
Orgel und Container

63 Seiten 6,50 EUR ISBN 3-88396-107-8 Berlin 1993

"Die Orgel steht für die chorische Gemeinschaft der Instrumente und menschlichen Stimmen. Da sie alle diese Stimmen registriert und in sich vereint, gilt sie als Königin der Instrumente und ist als solche wie die Rechen-maschine (Pascal, Leibniz) und der Staat (Hobbes) eine barocke machina machinarum... Die Orgel ist eine Maschine. Maschine und Orgel bedeuten das Gleiche: Werkzeug, Gerät, Hilfsmittel. [...] Auch die Demoskopie bedient sich der sampling Technik: Herrschaft der Meinungsumfrage, der Einschaltquote, Fernsehdemokratie, feed-back, Rückkopplungstechnik, Rekursionsformeln. Die Maschine hat aufgehört, gegenständlich, objektiv zu sein, sie ist medial geworden. Die Menschen partizipieren an der Maschine, sind Teil von ihr, Partikel geworden."
178. Hannes Böhringer
Was ist Philosophie?

125 Seiten 8 EUR ISBN 3-88396-109-4 Berlin 1993

Sokrates, Epiktet, Plotin, Pascal, Hegel, Simmel.

"Ich habe mich mit alten, älteren Freunden unterhalten, habe Philosophen vorgestellt und Philosophien untersucht, mit denen ich mich angefreundet habe. Die einzelnen Stunden sind vielleicht wie in Platons Gastmahl zu sehr Tischreden geworden und zu wenig Gespräch. Ich hätte gern noch mehr miteinander verbunden. Aber nun ist es gekommen, wie es gekommen ist. Ich habe das Brett ausprobiert, auf dem ein Philosoph 'durch das Leben schwimmt'".

Gespräch: 1991.pdf / marburger forum / 146. 193. 159. Hannes Böhringer
168. Achille Bonito Oliva
Eingebildete Dialoge

Aus dem Italienischen von Christine Hoffmann
143 Seiten 7 EUR ISBN 3-88396-097-7 Berlin 1992

"Hin und zurück zwischen Kunst und Leben." Imaginäre Gespräche mit sich selbst, Benjamin, Schifano, Medardo Rosso, Enzo Cucchi, Giulio Romano, Duchamp, zwischen Rom und Neapel, und ein echtes Gespräch mit Joseph Beuys.
105. Achille Bonito Oliva
Im Labyrinth der Kunst

128 Seiten 6,- EUR ISBN 3-88396-025-X Berlin 1982

Bonito Oliva, in Italien ein einflußreicher Ausstellungsmacher und Kunsttheoretiker, hierzulande mehr ein Gerücht, wird in diesem Bande mit Essays zu drei Themen vorgestellt: Zu neueren Entwicklungen der italienischen Kunst, die unter dem Namen "Trans-Avantgarde" (Chia, Clemente, Cucchi, de Maria, Paladino) bekannt wurden; zum "Labyrinth als Kunstwerk", das deren Strukturelemente aufdeckt; zu Marcel Duchamp. "Wenn das Labyrinth Produktion einer List und also einer Sprache ist, so ist der, der das Recht hat, das Labyrinth zu betreten, in ihm zu leben und es herauszufordern, es zu durchqueren und die Probe zu wagen, der Künstler."

159. Achille Bonito Oliva / 265. Ecke Bonk
138. Jorge Luis Borges/Adolfo Bioy Casares/Hugo Santiago
Die Anderen (Drehbuch)

Beiträge von Gilles Deleuze / Jean-Pierre Faye/ Jacques Roubaud / Alain Touraine
Übers. von Brunhilde Wehinger
126 Seiten 6 EUR ISBN 3-88396-058-6 Berlin 1987

"Die Filmästhetik von Borges und Bioy Casares, die das Phantastische 'als Mittel zum Durchlöchern des Wirklichen' benutzen möchte, erweist sich in der Buchform als raffinierte Zitaten-Collage und verspielte Etüde, die ehrwürdiges bibliophiles Pathos mit erotischer Bildsprache vermischt - so darf eine schöne Nackte nach dem Liebesakt ein Borges-Gedicht über Spinoza rezitieren. Ein sublimes Lesevergnügen bereitet dieses Drehbuch allemal." (Martin Roda Becher, Basler Magazin)
174. Peter Paul Bork
135. Christian Borngräber (Hrsg.)
Berliner Design-Handbuch

192 Seiten 9 EUR ISBN 3-88396-055-1 Berlin 1987

Beiträge von Brigitte Bauer, Berlinetta, Andreas Brandolini, Nick Christian, Klaus Dageförde, Die Tödliche Doris, Frontkino Berlin, Ogar Grafe, Reinhardt Heinemann, John Hirschfeld, Jörg Hundertpfund, Götz Peter Kaiser, Thomas Kapielski, Oliver Koerner von Gustorf, Gabriel Kornreich, Käthe Kruse, Franz-Wolfgang Lorenz, Petra Müller, Wolfgang Müller, Susanne Neubohn, Nürnberger Eck, Eva-Maria Ocherbauer, Armin Okulla, A. Paris, Penny Lane, Sylvia Robeck, Hans (Nick) Roericht, Bettina Scheeder Scheederbauer, Martin Schmitz, Inge Sommer, Spreemade, Hans-Peter Stange, Stiletto, Axel Stumpf, Nikolaus Utermöhlen Christof Walther, Luzie Weishaupt, Werkfabrik

"So manchem wird das Bändchen ein gelindes Kopfschütteln verursachen, sollte er nicht zum inner circle der Berliner Avantgarde gehören. Es faßt so ziemlich alles zusammen, was unter dem Stichwort Design laufen kann." (Thomas Wulffen, Zitty)

101. Alexander von Borsig / 189. Nicolas Bourriaud / 206. Paul Bowles
320. Friedrich von Borries, Matthias Böttger
Bessere Zukunft?
Auf der Suche nach den Räumen von Morgen.

176 Seiten 12,- Euro
ISBN 978-3-88396-255-9 (dt. Ausg.) ISBN 978-3-88396-256-6 (engl. Ausg.)
Redaktionsleitung: Florian Heilmeyer

Kriege, Katastrophen, Klimawandel – ist das die Welt, in der wir leben wollen?
Die Herausgeber haben sich auf die Suche nach Strategien und Projekten für eine bessere Zukunft begeben. Auf ihren Ab- und Umwegen erhalten sie Wegweisungen von Klimaforschern, Soziologen, Architekten, Ingenieuren, Künstlern und Politikern. Ausgerüstet mit deren technischen, philosophischen und kreativen Survival Kits, entdecken die Autoren die Räume von Morgen – Städte und Schlachtfelder, Brachen und Baustellen, Flüchtlingslager und Finanzzentren.

Dort finden sie Antworten auf ganz grundsätzliche Fragen: Wo werden wir wohnen? Worauf müssen wir verzichten? Um was werden wir kämpfen? Was werden wir essen? Welche Rohstoffe werden wir nutzen? Woher wird unsere Energie kommen? Woran können wir noch glauben? Wie werden wir leben?

Die Architekten Friedrich von Borries und Matthias Böttger sind die Generalkommissare des deutschen Beitrages zur 11. Internationalen Architekturausstellung (11. Mostra Internazionale di Architettura) der Biennale Venedig. Das Motto der Biennale 2008, die vom 14. September bis zum 23. November 2008 in Venedig stattfindet, lautet: Out There. Architecture Beyond Building.
317. Nicolas Bourriaud
Radikant

208 Seiten 20,- Euro ISBN 978-3-88396-251-1
Aus dem Französischen von Katarina Gräf und Ronald Voullié

Radicant, adj. Bot. Man gibt dieß Beywort denjenigen Pflanzen, deren Aeste Wurzeln in die Erde treiben, wenn sie darauf hinkriechen, oder an Bäumen und Mauren, die ihnen zur Stütze dienen, und an denen sie sich mit besonderen Wurzeln oder Fasern festhalten, welche sie in ihre Ritzen hineintreiben, z.B. die wurzelnde Bignonie (Bignonia radicans). [Johann Friedrich Lippold, Taschenbuch des verständigen Gärtners, Stuttgart, Tübingen 1824]

Mit Radikant setzt Nicolas Bourriaud seine Analyse und Beschreibung der zeitgenössischen Kunst und ihrer sozialen Relationalität, die er mit seinen Büchern Relational Aesthetics [1998] und Postproduction [2000] begann, fort. Mit dem aus der Biologie entlehnten Begriff entwirft er eine paradoxale Figur, die Deleuze / Guattaris Rhizom zugleich aufgreift und weiterdenkt.

Nicolas Bourriaud, Kunstkritiker und Kurator, gründete und leitete zusammen mit Jérôme Sans bis 2006 das Palais de Tokyo in Paris. Zur Zeit bereitet er in London die 2009 stattfindende Tate Triennial vor.
159. Andreas Brandolini / steirischer herbst (hrg.)
Platz machen

159 Seiten 7,50 EUR ISBN 3-88396-079-9 Berlin 1991

Beiträge von: Sabine Bitter/ Brandolini/ Gregor Eichinger / Christian Knechtl / Günther Zamp-Kelp/ Axel Kufus/ Jasper Morrison / Norbert Radermacher/ Achille Bonito Oliva/ Hannes Böhringer/ D. Holland-Moritz/ Sylvère Lotringer/ Sompairac

"Eine legendäre Aktion in ihrem Kontext ... Es waren 'Objets perdus', die während des steirischen herbstes 1990 den tristen Platz in einen kommunikativen Ort voller gewollter 'Disharmonie` verwandelten: Da wurden Bushaltestellen möbliert mit 'besitzbaren` Reisekoffern, die Tankstelle zum Ort streitbarer Diskussionen. Fünf Lesungen auf dem Platz hatten nur ein Thema: 'Wie benutze ich die Stadt?`". (Design-Report, 17/1991)

135. Andreas Brandolini / 148. Fernand Braudel / 145. Joseph Brodsky / 265. Elisabeth Bronfen, Günter Brus /
203. Christine Buci-Glucksmann
Der kartographische Blick der Kunst

Aus dem Französischen von Andreas Hiepko
235 Seiten 14,50 EUR ISBN 3-88396-135-3 Berlin 1997

Buci-Glucksmann untersucht eine spezifische Form des Blicks und seiner Weltentwürfe: den Blick aus der Höhe, den Blick von oben in der Kunst von Bruegel bis zur amerikanischen LandArt. Und wie die Karte zum ästhetischen Modell wurde.

MedienKunstNetz / literatur2005
233. Heinz Bude
Generation Berlin

87 Seiten 8,50 EUR ISBN 3-88396-166-3 Berlin 2001

In der Generation Berlin sieht Heinz Bude eine neue intellektuelle Haltung verkörpert, die ein Gefühl von Jetztzeit vermittelt. Nach der Kälte der Weimarer, der Skepsis der Flakhelfer- und der Kritik der Achtundsechziger-Generation, schickt sie sich an, ein Ideal des „unternehmerischen einzelnen“ zu definieren. Während die Achtundsechziger in Gestalt von Rot/Grün auf der Vorderbühne ihre zweite Chance wahrnehmen, halten sich auf der Hinterbühne die Agenten der Generation Berlin bereit. Ihre Nüchternheit kennt keine Position außerhalb des Spiels von Macht, Wissen und Geld. Noch ist nicht ausgemacht, ob sie diesem Spiel neue Regeln geben wird, um eine experimentelle Politik gemischter Zuständigkeiten und vorläufiger Versuche durchzusetzen. Jedenfalls „probiert sie schon jetzt eine Haltung jenseits von Formschwäche und Identitätswahn".

b_republik / rezension / debatte / 83. Michel Butor / 174. Frieder Butzmann / 194. Massimo Cacciari /
122. John Cage
Für die Vögel. Gespräche mit Daniel Charles

Übers. von Birger Ollrogge
317 Seiten 12,50 EUR ISBN 3-88396-042-X Berlin 1984

"Ich bin für die Vögel, nicht für die Käfige (cages)." "Dieses Buch befriedigt mich auch, weil das, was ich auf diesen Seiten über mein Werk lesen konnte, mich davon überzeugt, daß es fragend bleibt - d.h. immer lebendig."

wendland / halberstadt / zeit / drk / MusaMeyer / dictionary / &Eco.pdf / wings / 206. 191. 186. John Cage
270. Georges Canguilhem
Gesundheit - eine Frage der Philosophie

herausgegeben und übersetzt von Henning Schmidgen
70 Seiten 6,80 EUR ISBN 3-88396-204-X Berlin 2004

Die Drohung der Krankheit ist ein Konstituens der Gesundheit. Deswegen heißt Gesundheit, sich in die Anerkennung des Widerspruchs einzuüben, der zwischen der Hoffnung des Tages und des Scheiterns, am Ende, besteht. Canguilhem thematisiert die körpereigenen Abwehrkräfte, die Selbstregulation des Organismus und die Autonomie des Patienten. Dennoch kein versöhnliches, sondern ein polemisches, ein philosophisches Buch: Es entwickelt eine Auffassung von Gesundheit, in der sich diese nicht mehr als konstante Zufriedenheit, sondern als Apriori des Vermögens erweist, gefährliche Situationen zu meistern. Georges Canguilhem (1904-1995), einer der einflussreichsten Philosophen und Wissenschaftshistoriker Frankreichs, wurde in Deutschland vor allem durch "Das Normale und das Pathologische" bekannt. Michel Foucault sagte über ihn: "Nehmen Sie Canguilhem weg und Sie verstehen fast nichts mehr von vielen Diskussionen, die bei den französischen Marxisten stattgefunden haben; und Sie werden auch nicht kapieren, was das Besondere an Soziologen wie Bourdieu, Castel, Passeron ist; und es entgeht Ihnen ein wesentlicher Aspekt der theoretischen Arbeit, die bei den Psychoanalytikern und speziell bei den Lacanianern gemacht worden ist." Am 4. Juni 2004 wäre Georges Canguilhem 100 Jahre alt geworden.

Tagung2001 / literaturkritik / 266. Georges Canguilhem / 157. Magda Cârneci
290. Georges Canguilhem
Wissenschaft, Technik, Leben
Beiträge zu einer historischen Epistemologie

Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Henning Schmidgen.
192 Seiten 16,80 Euro ISBN 3-88396-224-4 Berlin 2006

Dieser Band gibt erstmals in deutscher Sprache einen Überblick über das Werk des Philosophen und Wissenschaftshistorikers Georges Canguilhem (1904-1995). Canguilhems Studien zum Verhältnis des Normalen und des Pathologischen, sowie zu Ideologie und Rationalität in der Geschichte der Lebenswissenschaften haben maßgeblich dazu beigetragen, den Gegenstand und die Methoden der Historischen Epistemologie zu definieren.

Darüber hinaus war Canguilhems Position einer „lebendigen Erkenntnis“ ein entscheidender Bezugspunkt für eine ganze Generation französischer Intellektueller von Michel Foucault über Pierre Bourdieu bis hin zu Alain Badiou. Canguilhems Schriften bilden eine zentrale Ressource für die Diskussion um Lebenswissenschaften, Informationstechnologie und Biomacht.

Das Buch enthält Aufsätze zur Theorie der Technik bei Descartes, zur Lage der biologischen Philosophie und zum Niedergang der Idee des Fortschritts. In zwei Interviews nimmt Canguilhem Stellung zum Verhältnis von Epistemologie und Forschung.
302. Anne Cauquelin
Verkehr mit den Unkörperlichen
Beitrag zu einer Theorie über die zeitgenössische Kunst

240 Seiten 18 Euro Mit zahlreichen Abbildungen ISBN 978-3-88396-236-8

Das Unaussprechbare, das Nichts, die Leere, sie scheinen die zeitgenössische Kunst seit einigen Jahrzehnten zu beherrschen. Von der monochromen Malerei Yves Kleins bis zu den virtuellen Körpern des Cyberspace, wir befinden uns im Zeitalter des Immateriellen mit Sicht auf das Spirituelle. Häufig wurde der Weg des Zen nachgezeichnet, um das Phänomen zu verstehen. Die französische Philosophin Anne Cauquelin hingegen lenkt den Blick zurück auf die physikalische Theorie der Stoiker. Der Leser staunt, wie passgenau die Lehre des Körperlosen auf die Erscheinungsformen aktueller Kunst und virtueller Realität anzuwenden ist. Anne Cauquelin erklärt ihr Motiv, sich mit der antiken Lehre der Stoiker auseinanderzusetzen: „[…] weil der Rückgriff auf eine antike Theorie es erlaubt, jeden Verdacht von Mystizismus oder Spiritualismus zu vermeiden: wir haben es bereits festgestellt, die Theorie des Körperlosen ist eine physikalische Theorie.“

Anne Cauquelin, Schriftstellerin und Essayistin, lehrt Philosophie an der Université de Paris X und an der Université de Picardie.
140. Michel de Certeau
Kunst des Handelns

Übers. von Ronald Voullié
384 Seiten 19 EUR ISBN 3-88396-060-8 Berlin 1988

"'Die Kunst des Handelns' ist die leidenschaftliche Auflehnung gegen die zynischen Strategien, die sich des Menschen im Alltag bemächtigen. Was diese Leidenschaft aber so nachhaltig macht, ist der Aufweis von Instrumenten und Techniken, die in der Hand jedes Individuums den Zugriff der Macht ins Leere laufen lassen oder ins Gegenteil verkehren." (Wilhelm Schmid, Süddeutsche Zeitung)

auszug / aufsatz / nbk
147. Daniel Charles
Zeitspielräume. Performance Musik Ästhetik

Übers. von Peter Geble und Michaela Ott
169 Seiten 9 EUR ISBN 3-88396-067-5 Berlin 1989

"Am I really here or is it only art?" (Laurie Anderson)

"Ein äußerst anregender Beitrag zur Ästhetik der Postmoderne." (Wilhelm Schmid, Süddeutsche Zeitung)
186. Daniel Charles
Musketaquid

John Cage, Charles Ives und der Transzendentalismus
Aus dem Französischen von Richard E. Schneider u.a.
162 Seiten 10,50 EUR ISBN 3-88396-118-3 Berlin 1994

"Es geht um die Schnittstelle zwischen musikalischem und poetischem Bereich. Nur erfordert diese gegenseitige Durchdringung, soll sie ohne Behinderung sein, die Aufrechterhaltung eines Abstands zwischen den beiden Reichen oder eines Spielraums, der frei bleibt: ein no sound's land."

silence
87. Daniel Charles
John Cage oder Die Musik ist los

Aus dem Französischen von Eberhard Kienle
160 Seiten 10 EUR ISBN 3-88396-006-3

Alle - Avantgarde, Rock-Musik, Free Jazz, Minimal Art, Kultur-Macher Ideen-Makler - bedienen sich gerne bei John Cage. "Er ist der versteckte Motor der musikalischen Entwicklung der letzten Jahre", sagt Dieter Schnebel. Er ist der Erfinder der präparierten Klaviers, des Musikhappenings, der elektronischen Live-Musik.

191. 122. Daniel Charles / 148. Roger Chartier / 267. Karine Chemla
264. François Cheng
Fülle und Leere. Die Sprache der chinesischen Malerei

Aus dem Französischen von Joachim Kurtz
184 Seiten + 24 Seiten s/w-Abb. 20 EUR ISBN 3-88396-198-1 Berlin 2004

Gegenstand der chinesischen Malerei ist die Schöpfung eines Mikrokosmos, der "wahrer ist als die Natur selbst" (Zong Bing). Gelingen kann dies nur durch die Nachempfindung des Lebenshauchs, der das Universum durchwirkt. Zugleich strebt der Maler danach, die den Dingen immanenten Linien nachzuzeichnen und ihre Beziehungen untereinander festzuhalten; daher die besondere Betonung des Strichs. Gestalt nehmen diese Kraftlinien jedoch nur vor dem Hintergrund der Leere an. Sie ist es, die auf der Leinwand zwischen den einzelnen Elementen und dem Strich selbst Wirklichkeit werden muss. Um diese Leere herum sind alle anderen Begriffe der chinesischen Malerei gebildet worden. Das Bezugssystem, das sich aus ihnen ergibt, wird von François Cheng hier erstmals einer zeichentheoretischen Analyse unterzogen. Zahlreiche Zitate und Abbildungen bereichern seinen Kommentar. François Cheng, geboren 1929 in China, ist der Autor bedeutender Arbeiten zur chinesischen Kunst und Dichtung. Zu nennen sind insbesondere L'Écriture poétique chinoise (1977) und Souffle-Esprit (1989). Zu seinen weiteren Werken zählen der Roman Le Dit de Tianyi (1998, dt. Regenbogen überm Jangtse, Berlin 2001), für den er mit dem Prix Femina ausgezeichnet wurde, sowie eine Reihe von Gedichtbänden. 2001 wurde er in die Académie française gewählt. François Cheng gilt als privilegierter Gesprächspartner von Jacques Lacan, Roland Barthes und Julia Kristeva.

faz / humanité
94. Hélène Cixous
Weiblichkeit in der Schrift

Übers. von Eva Duffner
128 Seiten 8 EUR ISBN Berlin 1980

Schreiben als Prozeß oder Ziel? Hélène Cixous zitiert Vergil, analysiert Rilke und entdeckt uns Clarice Lispector.

265. Roger L. Conover / 157. Mihaela Cristea

299. Gilles Clément
Die dritte Landschaft

Übersetzt und mit einem Vorwort versehen von Anton Schutz. Mit zahlreichen Abbildungen des Autors.
ca. 144 Seiten ca. 13,80 Euro ISBN 978-3-88396-233-7

Was geschieht, wenn Zweckprogramme, an deren überzeitlicher Geltung noch gestern kein Zweifel bestehen konnte, heute mit der großen, für ökonomische Entscheidungen typischen Plötzlichkeit wieder verschwinden?

Der Übergang zu Fragen dieser Ordnung lässt eine ganze Reihe noch immer allseitig geehrter Konzeptionen im anachronistischen Licht einer Metaphysik der Jungfräulichkeit erscheinen. Der Begriff der Natur als geschichtsresistenter Antithese – was seinen Naturplatz einmal verloren hat, kann nicht mehr dahin zurückkehren – wird unanwendbar. Was die Philosophie unter dem Begriff der Technik gefasst hat, kommt in der Verfolgung seines Siegeszugs mit den Folgen der eigenen Genesis in ständige Berührung. Die Handlungsund Widmungsprogramme der Politik und Ökonomie wechseln und oszillieren – im selben Maß gewinnt die Figur des Rests, des aufgegebenen oder preisgegebenen Materials oder Geländes die Macht des Alltäglichen. Dieser Rest übernimmt damit eine Position der regelgewordenen Ausnahme, die nicht mehr im strengen Sinn residual genannt werden kann. Eine nuova vita erscheint. Deren Kategorien will Gilles Clément entwerfen.

Gilles Clément, Ingenieur der Landschaftsgärtnerei, Botaniker, Entomologe, Schriftsteller und Lehrer an der École nationale du paysage de Versailles.