Zitat
Merve Mobil
Kritisches Wörterbuch
Gesamtprospekt alphabetisch
114. Walter Abish, Vito Acconci
157. Paolino Accolla
258. Adorno
214. Giorgio Agamben
Bartleby oder die Kontingenz gefolgt von Die absolute Immanenz
Deutsch von Maria Zinfert und Andreas Hiepko 127 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-146-9 Berlin 1998

Für Agamben ist Bartleby "als Schreiber, der aufgehört hat zu schreiben, zugleich die extreme Figur des Nichts und der unerbittlichste Anspruch dieses Nichts als reine absolute Potenz". Ein neuer Messias, der das Recht auf mögliche Welten gegen die existierende Welt geltend macht, um das zu retten, was nicht gewesen ist. Der zweite Text Agambens ist eine eindringliche Interpretation von Deleuze´ letztem Text Die Immanenz: ein Leben... im Vergleich mit Foucaults letztem Text.

182. Bartleby oder die Formel / HAU2004
252. Giorgio Agamben
Die kommende Gemeinschaft
Aus dem Italienischen von Andreas Hiepko
105 Seiten 10,80 EUR ISBN 3-88396-185-X Berlin 2003

Das kommende Sein ist weder individuell noch allgemein, sondern beliebig. Singulär, doch ohne Identität. Bestimmt, doch nur im leeren Raum des Beispiels. Und dennoch weder allgemein- noch gleichgültig: es ist im Gegenteil solcherart, dass es immer angeht - es ist der eigentliche Gegenstand der Liebe. Seine Logik: die Paradoxa der Mengenlehre, die Ununterscheidbarkeit einer Klasse von ihren Elementen, einer Sache von ihrer Bezeichnung. Seine Ethik: einzig die eigene Seinsweise sein, nichts vermögen als die eigene Möglichkeit oder Potenz, die Sprache als solche erfahren. Seine Politik: eine Gemeinschaft ohne jede Voraussetzung oder Bedingung der Zugehörigkeit (italienisch, rot, moslemisch, kommunistisch sein) zu bilden, der unwiderrufliche Auszug aus dem Staat, die Konstruktion eines mitteilbaren Körpers. "Giorgio Agamben gehört zu den anspruchsvollsten und genauesten Schriftstellern, die mir in den letzten Jahren begegnet sind. Seine Schriften sind elegant, heiter und - um ein etwas verbrauchtes Wort mit neuem Leben zu erfüllen - absolut revolutionär." (Avital Ronell)

de:bug / faz / dlf / swr2 / biblio / 266. Das Irrsal hilft
276. Giorgio Agamben
Nymphae

Hrg. und aus dem Italienischen übertragen von Andreas Hiepko
123 Seiten 6 s/w Abb. 10,80 EUR ISBN 3-88396-210-4 Berlin 2005

Der titelgebende Essay des Bandes stellt die gut hundert Jahre alte Frage, die im Zentrum jenes legendären Briefwechsels zwischen André Jolles und Aby Warburg stand: „Wer ist die Nymphe, woher kommt sie?“ Nur äußerlich gleiche sie „einer freigelassenen tartarischen Sklavin“, lautete Warburgs Antwort, „ihrem wirklichen Wesen nach“ sei sie „ein Elementargeist, eine heidnische Göttin im Exil“. Agamben entfaltet diese Antwort mit Bill Violas Passage vom „imaginären“ zum „kinematographischen Museum“, mit einem Traktat zur Tanzkunst des Domenico da Piacenza, mit den „androgynen Kinderwelten“ Henry Dargers, mit Benjamin, Vischer und Paracelsus, bis man mit Boccaccio davon überzeugt ist, dass „lieben und eine Nymphe lieben ein und dasselbe bedeuten“. „Die Passion der Faktizität“, der zweite Text dieser Sammlung, unternimmt eine Verortung der Liebe in Heideggers Denken. Der dritte Essay verfolgt das Schicksal der „poetischen Atheologie der Moderne“ bis an den Punkt, an dem es sich erfüllt – getreu der Anweisung Hölderlins in der zweiten Fassung von Dichterberuf, die die Geburtsstunde dieser atheologischen Tradition markiert: „so lange, bis Gottes Fehl hilft.“

inhalt / auszug / biblio
193. Akademie Schloß Solitude (Hg.)
Klugheitslehre.

militia contra malicia Beiträge von Dirk Baecker, Hannes Böhringer, Johannes Gachnang, Raoul Marek, Mary Oliver, Mario Perniola, Gerhart Schröder, Elisabeth von Samsonow, Ute Wassermann, Kurt Weidemann 142 Seiten 10,50 EUR ISBN 3-88396-125-6 Berlin 1995

"Ein Krieg ist das Leben des Menschen gegen die Bosheit des Menschen." (Baltasar Gracián) "Kunst und Lebensklugheit operieren nach Gracián im gleichen Bereich, dem des Scheins. Ästhetik und prudentia haben es mit der Aisthesis, den Gesetzmäßigkeiten der Wahrnehmung und der Wirkung zu tun ... Der Bereich der List ist das terrain vague des Kontingenten; ihr Objekt, das singuläre Ereignis, die sinnliche Wahrnehmung, die Sprache; die Zeit der List: der Augenblick (kairos), die Plötzlichkeit (des Zufalls), die Diskontinuität; ihr Verfahren: Taktik, Strategie; der Status des listigen Wissens: die Wahrscheinlichkeit (nicht die Wahrheit)." (G. Schröder)
146. ars electronica Linz (Hg.)
Philosophien der neuen Technologie

Jean Baudrillard/ Hannes Böhringer/ Vilém Flusser/ Heinz von Foerster/ Friedrich Kittler / Peter Weibel
135 Seiten 7,50 EUR ISBN 3-88396-066-7 Berlin 1989

"Alle unsere Maschinen sind Bildschirme, wir selbst sind Bildschirme geworden und das Verhältnis der Menschen zueinander ist das von Bildschirmen geworden."
(Baudrillard)

einladung.pdf / 265. Art&Language / 191. Audio-CD / 171. Alain Badiou
208. Dirk Baecker
Poker im Osten. Probleme der Transformationsgesellschaft

144 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-140-X Berlin 1998

Ein Systemvergleich zwischen Sozialismus und Kapitalismus und eine Analyse gesellschaftlicher Übergänge.

rezension.pdf
185. Dirk Baecker
Postheroisches Management. Ein Vademecum

175 Seiten 12,50 EUR ISBN 3-88396-117-5 Berlin 1994

Ansätze zu einer Handlungstheorie auch für Nicht-Manager oder für solche, die "bloß" ihr Leben managen, meistern wollen. Wie kommt man z. B. zu einer Entscheidungsfindung? Wie geht man mit ungelösten Problemen um? "Die typische Geisteshaltung eines Managers ist eine wache Bereitschaft zum Sprung von einer vernünftigen Idee zu einer anderen. Und den guten Manager kennzeichnet, daß er nicht allzu lange bei dem Umstand verweilt, daß es für die Sprünge selbst nur selten gute Gründe gibt."

witzer.net
253. Dirk Baecker/Alexander Kluge
Vom Nutzen ungelöster Probleme

143 Seiten 12,80 EUR ISBN 3-88396-186-8 Berlin 2003

Das Thema der Gespräche zwischen Dirk Baecker und Alexander Kluge ist die Frage, mit welchen theoretischen Mitteln man sich der Bewältigung eines alltäglichen Lebens nähern kann, das seine Fortsetzung aus der Summe kleineren und größeren Scheiterns gewinnt. Jede Intelligenz kompensiert einen Zusammenbruch. "Ein Konzern, eine Ehe, eine Schlacht oder eine Wahrnehmung sind nur möglich, weil sie immer wieder von neuem versuchen, Probleme zu lösen, die nicht zu lösen sind." Eine alte Therapeutenweisheit fordert denn auch, die Probleme eher zu pflegen denn zu lösen, denn dann wisse man wenigstens, woran man sei. Diese Weisheit wird in diesen Gesprächen befolgt, um vom Konzernmanagement über die Ehe bis zur Schlacht und zur Wahrnehmung eines Bewusstseins Phänomene unter dem Gesichtspunkt ihrer unwahrscheinlichen und nur so erfolgreichen Reproduktion zu erkunden. Gedanken von Heinz v. Foerster, Niklas Luhmann, Gregory Bateson, George Spencer-Brown, John v. Neumann, Jean-Luc Godard und anderen werden aufgegriffen, um herauszufinden, mit welchen Theoriefiguren dieses Denken zu entwickeln ist. Inhalt: Ein Teufel des präzisen Gedankens / Würden intelligente Roboter Menschen mögen? / Vom Nutzen ungelöster Probleme / Postheroisches Management / Besuch im Intelligenzpark / Organisation als 5. Affe / Wie sich die Spreu vom Weizen trennt / Systeme sind die Wand, gegen die wir spielen / Was wissen die Bilder?

de:bug / textem / faz / standard / 193. / 143. Dirk Baecker / 172. Hugo Ball
303. Alain Badiou
Dritter Entwurf eines Manifests für den Affirmationismus

Herausgegeben von Frank Ruda und Jan Völker. Übersetzt von Ronald Voullié.
54 Seiten 5,00 Euro ISBN 978-3-88396-237-5

Den gängigen Erzählungen vom Ende der Kunst, vom Ende des Werkes, vom Ende der Repräsentation und vom Ende der Metaphysik setzt Alain Badiou die Skizze eines Manifestes entgegen, das mit diesen selbst Schluss zu machen sucht. Gegen die „postmoderne“ Kunst, die aus sich jeglichen Bezug auf ein Universales ausstreicht und sich in der Darstellung von partikularen Begehren und endlichen Körpern ergeht, setzt die Affirmation an, um die Kunst wieder als möglichen Ort überzeitlicher Wahrheiten zu behaupten. Damit geht eine Neubestimmung der Kunst einher, die den Begriff des Werkes, des Subjekts und der Schönheit erneut in sie einträgt und, gegen jede Rückkehr romantischer Formalismen, Kunst als proletarischen Aristokratismus zu denken versucht: als privilegierte Stätte einer Wahrheit, die sich an alle richtet.

„Wir müssen und können folglich erklären, dass es in der Kunst etwas gibt, was in dem armseligen Jahrhundert, das gerade beginnt, nicht mehr vorhanden ist: die monumentale Konstruktion, das Projekt, die schöpferische Kraft der Schwachen und die Absetzung von etablierten Mächten. Wir müssen uns gegen alle wehren, die nur zu einem Ende kommen wollen, gegen die Kohorte der letzten Menschen, die erschöpft und parasitär sind, gegen ihre widerliche »Bescheidenheit«.“

Alain Badiou, Philosoph, lehrt an der École Normale Supérieure sowie am Collège International de Philosophie in Paris.
328. Alain Badiou
Ist Politik denkbar?

morale provisoire #1
164 Seiten 15,- Euro ISBN 978-3-88396-265-8
Herausgegeben und übersetzt von Frank Ruda und Jan Völker.

„Ist Politik denkbar?“ ist ein philosophisches wie politisches Buch, aber kein Buch der politischen Philosophie. Es stellt die Frage, wie sich angesichts realsozialistischer Verwaltung und stalinistischer Pervertierung der kommunistischen Idee der universale Anspruch einer wahrhaft emanzipatorischen, kollektiven Politik aufrechterhalten lässt?

Damit richtet es sich gegen die der politischen Philosophie lieb gewordene These einer Krise des Politischen. Das Politische rekurriert aber allein auf die angemessene Repräsentation des Sozialen, weswegen seinen Theoretikern nichts teurer ist, als die Unterscheidung einer guten von einer schlechten Staatsform, der Demokratie vom Totalitarismus. Dem setzt Badiou einen Begriff der Politik unter dem Vorzeichen der Praxis entgegen. Ausgehend von dem Ereignis der polnischen Arbeiterbewegung versucht Badiou ein Denken der Politik zu entwerfen, dass mit diesem Ereignis zeitgenössisch zu sein vermag. Dieses Denken der Politik nimmt die historische Spezifik des Ereignisses auf und versteht sie als Aufforderung zu einer Transformation der Philosophie. Ein Denken, dass diesen Anforderungen genügt, müsste von der Besonderheit politischer Praxisformen ausgehend eine neue Form der kommunistischen Hypothese entwerfen. „Ist Politik denkbar“ stellt die zentralen Begriffe der Philosophie Alain Badious vor, die dann in Das Sein und das Ereignis entfaltet werden.

Alain Badiou (*1937), Philosoph und Romancier, lehrt an der École Normale Supérieure sowie am Collège International de Philosophie in Paris.

Der Band ist der erste einer neuen „Reihe in der Reihe“ morale provisoire, die von Frank Ruda und Jan Völker betreut wird. morale provisoire ist in loser Folge der zeitgenössischen Dringlichkeit verpflichtet, Orientierungen in Fragen der Wissenschaft, Politik, Kunst und Liebe zu versammeln und ihre Einsätze auf dem Feld der Philosophie zu bestimmen.
136. Blixa Bargeld
Stimme frißt Feuer

128 Seiten 8,50 EUR ISBN 3-88396-056-X Berlin 1988

"Deutscher Mythos, deutsches Pathos, deutsche Angstneurosen. Ein Hoch auf die Gedichte & Lyrics unseres Lieblingspopstars, obgleich ihn das Strickjacken-Feuilleton inzwischen auch liebt." (Tempo, Die hundert besten Bücher der 80er Jahre)

191. / 101. Blixa Bargeld
255. Roland Barthes
Chronik

Aus dem Französischen von Mira Köller
66 Seiten 6,50 EUR ISBN 3-88396-188-4 Berlin 2003

Vom 18. Dezember 1978 an veröffentlichte der Nouvel Observateur eine Chronik, die bis Ende März 1979 auf 55 Fragmente anwuchs. Ihrem Autor, Roland Barthes, ging es weniger um die Beurteilung "weltbewegender" Tagesereignisse als um die Kleinigkeiten, die ihn direkter betrafen. Auch sie eine "Chronik der Gefühle", diesmal nicht monumental wie die Alexander Kluges, sondern minutiös. "Die Form, die ich erreichen wollte, war die Kurzform, oder, wenn man so will, die sanfte Form: weder die Feierlichkeit der Maxime noch die Strenge des Epigramms; etwas, das - zumindest entfernt - an ein japanisches Haiku, die Joycesche Epiphanie, an bruchstückhafte Aufzeichnungen eines geheimen Tagebuchs erinnern sollte." Barthes legt in seiner Chronik wöchentlich Rechenschaft ab über die Vorfälle, die ihn aufmerken ließen, gleich wie "unscheinbar, flüchtig und unbedeutend" sie auch sein mochten, den Vorwurf in Kauf nehmend, nur von "Nichtigkeiten" zu berichten. "Denn schließlich gibt es einen Kampf für die Sanftheit: Wird nicht die Sanftheit Stärke, wenn sie nur entschieden genug ist?" R.B. (26.03.1979)

de:bug / literaturkritik / triggerfish / zeit / interview1965
113. Roland Barthes
Cy Twombly

Aus dem Frz. von Walter Seitter
95 Seiten 6,50 EUR ISBN 3-88396-033-0 Berlin 1983

"Wie ist es möglich, einen Strich zu machen, der nicht dumm ist?"
273. Georges Bataille
Kritisches Wörterbuch

Beiträge von Carl Einstein, Marcel Griaule, Michel Leiris, Georges Henri Rivière u.a.
Herausgegeben und übersetzt von Rainer Maria Kiesow und Henning Schmidgen
Ein Projekt der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Format 17x24 cm 145 Seiten 14,80 EUR zahlr. Abbildungen ISBN 3-88396-207-4 Berlin 2005

1929 gründete Georges Bataille die Zeitschrift Documents: Archéologie, Beaux-Arts, Ethnographie, Doctrines. Das »Kritische Wörterbuch« war eine zentrale Rubrik der Documents und zugleich ein Experimentierfeld der künstlerischen und wissenschaftlichen Avantgarde. Das Wörterbuch umfasst folgende Lemmata:
Absolut, Arbeit, Architektur, Auge, Benga (Féral), Black Birds, Bonjour (Brüder), Debakel, Engel, Fabrikschornstein, Hygiene, Joujou, Kali, Kamel, Keaton (Buster), Krustentiere, Kulte, Materialismus, Mensch (I und II), Metamorphose, Metapher, Mund, Museum, Nachtigall, Raum, Reptilien, Schlachthof, Schöngeist, Schwelle, Sonne, Spucke, Staub, Strafarbeit, Talkie, Töpferware, Unglück, Wolkenkratzer und: „FORMLOS. – Ein Wörterbuch würde in dem Augenblick beginnen, in dem es nicht mehr den Sinn, sondern die Verrichtung der Wörter verzeichnen würde ...“

83. Georges Bataille
281. Jean Baudrillard
Philosophie und Kunst

Eine Hommage zu seinem 75. Geburtstag
Hrsg. von Peter Gente, Barbara Könches und Peter Weibel
ca. 300 Seiten ca. 18 EUR ISBN 3-88396-215-5 Berlin 2005

„Pataphysiker mit zwanzig Jahren – Situationist mit dreißig – Utopist mit vierzig – transversal mit fünfzig – viral und metaleptisch mit sechzig – patagonistisch mit siebzig – das ist meine Geschichte.“ Unbestreitbar ist Jean Baudrillard einer der originellsten Denker unserer Zeit, aber sein Denken öffnet Abgründe, stürzt in Verzweif- lung, evoziert das Böse, ohne es zu mystifizieren. Nicht frei von Widersprüchen, die Widersprüche provozieren, ist Jean Baudrillard ein Visionär, dessen ungebundenes, antiautoritäres, unerschrockenes Denken die einfache Logik hinter sich lässt, um mit Hilfe eines unerschöpflichen Vorstellungsvermögens die Dinge zu erkunden. Keiner Richtung oder Schule zuzuordnen, ist er weder Strukturalist, noch Prä- oder Poststrukturalist, weder Fürsprecher der Moderne, noch der Postmoderne. Er ist ein Einzelgänger, ein Solitär. Er vereinigt gleichzeitig in sich den Denker, den Lyriker, den Poeten und Photographen. Jean Baudrillard und die Künste erzählt aber auch von einer spannungsvollen Beziehung voller Missverständ- nisse. Solange Baudrillard mit seiner Methode die Welt kritisierte, hat die Kunstwelt ihn hymnisch verehrt, als er aber anfing, die gleiche Methode auf die Kunst anzuwenden, applaudierte ihm die Kunstwelt plötzlich nicht mehr. Theorie muss die Welt herausfordern, so Baudrillard: „Die Theorie kann sich nicht damit zufrieden geben zu beschreiben und zu analysieren, sie muss im Universum, das sie beschreibt, selber zum Ereignis werden. Um dies zu erreichen, muss sie sich auf dieselbe Logik einlassen und diese beschleunigen.“

Der Band mit Texten u.a. von Jean Baudrillard, Colin Fournier, Boris Groys, Sylvère Lotringer, Régis Michel, Michaela Ott, Mario Perniola, Florian Rötzer und Mikhail Ryklin dokumentiert vollständig die Veranstaltung Baudrillard und die Künste im Juli 2004 im ZKM I Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe.

sz / nachdemfilm
229. Jean Baudrillard
Der unmögliche Tausch

Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek
205 Seiten 14,50 EUR ISBN 3-88396-161-2 Berlin 2000

Ausgehend von der Abwesenheit jeglichen Äquivalents (in allen Bereichen: Politik, Recht, Ästhetik, Ökonomie; auch das Denken kann sich weder gegen die Wahrheit noch gegen die Realität austauschen) diagnostiziert Baudrillard die „radikale Ungewißheit“ der Welt. Alle Versuche, dieser radikalen Ungewißheit zu entgehen (z.B. in universalisierenden Systemen) sind gescheitert, und selbst die Überzeugung, in der virtuellen Realität und Intelligenz das definitive Äquivalent gefunden zu haben, trügt. „Alles, was sich gegen etwas austauschen möchte, stößt letzten Endes auf die Mauer des unmöglichen Tauschs.“ Die Notwendigkeit, künstliche Äquivalenzen zu schaffen, führt nur zu Figuren des Hyper, zu Prothesen etc. Unter diesem Vorzeichen wird alles zur „nutzlosen Funktion“ (Realität, Sex, Arbeit, Sprache, Zeit, Gedächtnis, der Andere, das Ereignis). „Dieses Buch wäre eine Erforschung zunächst der ‚fatalen‘ sowie dann - durch eine poetische Übertragung der Situation - der glücklichen Konsequenzen des unmöglichen Tauschs.“

faz sz perlentaucher
81. Jean Baudrillard
Agonie des Realen

Übers. von Lothar Kurzawa und Volker Schaefer
110 Seiten 8 EUR ISBN 3-920986-99-7 Berlin 1978

"Das große Ereignis dieser Periode, das große Trauma ist jene Agonie fester Bezüge, Agonie des Realen und Rationalen, mit der das Zeitalter der Simulation anbricht. Während so viele Generationen, und besonders die letzte, im Laufschritt der Geschichte gelebt haben, in der euphorischen oder katastrophischen Perspektive einer Revolution - hat man heute den Eindruck, daß die Geschichte sich zurückgezogen hat, einen Nebel der Indifferenz hinter sich zurücklassend, durchquert zwar von Strömen, aber all ihrer Bezüge entleert." (Baudrillard)
Dieses Buch ist keine vollständige Übersetzung von Sur le nihilisme. Simulacres et Simulation (Éditions Galilée, Paris 1981). Es enthält jedoch ähnliche Texte.

aufsatz
184. Jean Baudrillard
Die Illusion des Endes oder Der Streik der Ereignisse

Aus dem Französischen von Ronald Voullié
190 Seiten 13,50 EUR ISBN 3-88396-116-7 Berlin 1994

Baudrillard setzt auf die Macht der Illusion im positiven Sinne. Wenn heute mit künstlichen Mitteln jegliches Ende praktisch außer Kraft gesetzt werden kann, dann müssen wir wenigstens daran glauben, daß es ein Ende gibt. "Es ist unglaublich, daß nichts von dem, was man geschichtlich für überholt hielt, wirklich verschwunden ist, alles ist da, bereit zur Wiederauferstehung, alle archaischen Formen sind unversehrt und zeitlos vorhanden wie Viren im Innern des Körpers. Die Geschichte wurde nur aus der zyklischen Zeit herausgerissen, um dem Recycling zu verfallen." (Jean Baudrillard) 'Am Ende' setzt Baudrillard auf die Pataphysik, die Wissenschaft von den imaginären Lösungen.

interview1995: B..& die Künste
246. Jean Baudrillard
Paßwörter

Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek
78 Seiten 10 EUR ISBN 3-88396-179-5 Berlin 2002

Der Band versammelt und erläutert die wichtigsten Schlagwörter und Begriffe aus Baudrillards Schriften und kann als Einführung in sein Werk gelesen werden. Die Paßwörter heißen: das Objekt, der Wert, der symbolische Tausch, die Verführung, das Obszöne, das Schicksal, der unmögliche Tausch, die Dualität. Diese Wörter sind Operatoren eines radikalen und verführerischen Denkens, das Ereignischarakter hat.

faz / rezension.net
79. Jean Baudrillard
Kool Killer oder Der Aufstand der Zeichen

Übers. von Hans-Joachim Metzger
128 Seiten 7,50 EUR ISBN 3-920986-98-9 Berlin 1978

Die Graffiti machen die Flächen und Wände der Stadt oder die U-Bahnen und Busse wieder zu einem Körper. Indem SUPER-SEX und SUPERKOOL ihre leeren Zeichen ins Fleisch der Wände einritzen, sie tätowieren, machen sie Schluß mit der Raum/Zeit der urbanen Transportmittel. Die U-Bahnzüge sausen vorbei wie Projektile, wie eine bis zu den Augen tätowierte Hydra.
112. Jean Baudrillard
Laßt euch nicht verführen!

Übers. von Martin S. Leiby 143 Seiten 8,50 EUR ISBN 3-88396-032-2 Berlin 1983

"Wenn es manchmal den Anschein macht, als seien Baudrillards Bücher schwierig zu lesen, so bedeutet das nur, daß man sie in ihrer Absicht zu verführen nicht begriffen hat. Baudrillard will keinen Sinn verabsolutieren oder eine Finalität (Wahrheit) erreichen, sondern spielen, herausfordern, verführen." (Aurel Schmidt, Basler Magazin)
169. Jean Baudrillard
Transparenz des Bösen.

Ein Essay über extreme Phänomene
Aus dem Französischen von Michaela Ott
200 Seiten 12,50 EUR ISBN 3-88396-098-5 Berlin 1992

"Aids, Börsenkrach, elektronische Viren und Terrorismus sind nicht austauschbar, aber sie sind irgendwie miteinander verwandt ... Und die Verbindung all dieser endemischen Formen und ihr fast gleichzeitiger Übergang in den Zustand galoppierender Anomalien schaffen eine besondere Situation."

lettre
199. Jean Baudrillard/Marc Guillaume
Reise zu einem anderen Stern

Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek 107 Seiten 8,50 EUR ISBN 3-88396-131-0 Berlin 1996

Ob wir nun nach Japan, Australien oder in die USA reisen: "Unsere eigentliche Reise gilt dem Anderen, den Anderen. Mag dies nun ein Individuum oder eine Kultur sein. [...] Es handelt sich gewissermaßen um eine Umkehrfunktion: je weiter man die Grenzen des Wissens ausdehnt, desto mehr implodiert im Grunde genommen die Welt, wird sie orbital."

191. 146. 265. Jean Baudrillard / 135. Brigitte Bauer, "Berlinetta" / 157. László Beke / 265. Hans Belting / 168. 172. Walter Benjamin / 168. Joseph Beuys / 174. 221. Peter Bexte / 159. Sabine Bitter / 138. Adolfo Bioy Casares / 162. 259. 210. 83. 145. Maurice Blanchot / 101. Tabea Blumenschein / 265. Anna und Bernhard Blume
304. Allesdurchdringung
Texte, Essays, Gespräche über den Tanz

Mit Beiträgen von Yvonne Rainer, Luciano Berio, David Kishik, Jean-Luc-Nancy, Michel Serres, René Thom
Übersetzt von Andreas Hiepko und Ronald Voullié.
147 Seiten 15,00 Euro ISBN 978-3-88396-238-2

„Ich möchte betonen, dass das, was ich gesagt habe, dass mein Körper nicht mehr einfach nur da ist, sondern er durch seinen Rhythmus einen Raum öffnet, durch seine Modulation des Raumes um ihn herum; ich sage das sehr bewusst um mich an Heidegger heranzutasten und an das Dasein von Heidegger.“ (Jean-Luc Nancy)

Kaum eine andere Kunstgattung hat in den vergangenen Jahren soviel Aufmerksamkeit und Interesse erregt wie der Tanz. Abseits der klassischen oder der stürmisch-expressiven Aufführungen haben sich Choreographen und Tänzer etabliert, die den Kontakt und die Nähe mit der ästhetischen Theorie des 20. / 21. Jahrhunderts suchen. Was denken Philosophen über den Tanz? Welche Gedanken lassen die Choreographen tanzen? Die Sprachen des Körpers werden auf beiden Seiten gehört.

„Natürlich ist der Tanz auch Zeit, aber es ist eine Zeit, die in jedem Moment auch offen ist wie der Raum. Es ist keine lineare Zeit.“(Jean-Luc Nancy)
327. Léon Bloy
Über das Grab von Huysmans.

80 Seiten 8,- Euro ISBN 978-3-88396-264-1
Aus dem Französischen von Ronald Voullié.

„Man wird mir vielleicht auch vorwerfen, dass es mir an Respekt gegenüber einem Verstorbenen fehlt. Wie Jules Vallès einst sagte: »Der Tod ist keine Entschuldigung.«“

1891: Bloy ist entsetzt über seinen Freund Huysmans. Nicht etwa, weil dieser letztendlich den zweifelhaften Verlockungen des Katholizismus erlegen ist. Er selbst ist ein sozialkritischer und streitbarer Vertreter des Christentums. Nein, Huysmans jüngster Roman Tief unten ist für ihn die in ihrer Bedeutungslosigkeit ungeheuerlichste Rhapsodie seiner Zeit. „Dieses Werk ist ein unerhörtes Durcheinander, das reinste Wirrwarr, ohne irgendeine Struktur, eine katastrophale Ansammlung von Dokumenten…“ Wie kommt es zu dieser wütenden Kritik? Raoul Vaneigem beleuchtet in seinem Vorwort die Hinter- und Untergründe: „Diesseits der Sprache“.

Léon Bloy (*1846 - †1917), Romancier und insbesondere ein präziser und schonungsloser Tagebuchverfasser, dessen polemische Kraft bis auf den heutigen Tag nichts von ihrer Wirkungsmacht eingebüßt hat.